Schlaf ist
lebensnotwendig für die Regeneration von Körper und Geist. Auf Dauer führen
Schlafstörungen zu Leistungsabfall, Gereiztheit und Unaufmerksamkeit. Das
individuelle Schlafbedürfnis ist unterschiedlich und nimmt vom Säuglingsstadium
zum Alter hin ständig ab. Ein Erwachsener benötigt ca. 7-8 Stunden Schlaf, ein
alter Mensch meist nur noch 5-6 Stunden. Dies sollte man bedenken, wenn alte
Menschen über Schlafstörungen klagen. Während der Schlafenszeit durchläuft der
Mensch verschiedene Schlafphasen, die sich in ihrer Schlaftiefe unterscheiden.
Bei einem normalen Schlafverlauf steigt die Schlaftiefe nach dem Einschlafen
stark an, nimmt dann ab und geht zum Morgen hin in eine mittlere konstante
Schlaftiefe über. Bei Schlafstörungen unterscheidet man zwischen
Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen. Eine häufiges Problem älterer
Menschen ist auch das zu frühe Erwachen am Morgen, also eine Durchschlafstörung.
Zu den
psychovegetativen Beschwerden gehören Nervosität und Angst sowie depressive
Verstimmungen. Bei ständiger Unruhe und gesteigertem Antrieb spricht man von
Nervosität. Der Auslöser für Nervosität ist immer psychischer oder körperlicher
Stress. Ein typisches Zeichen für Nervosität sind sich ständig wiederholende
Betätigungen (z.B. Nägelkauen). Auch Einschlafstörungen sind häufig nervös
bedingt. Daneben können noch andere körperliche Beschwerden auftreten, häufig
kommt es z.B. zu Kopfschmerzen oder Magen- und Darmbeschwerden (nervöser Magen).
Depressive Verstimmungen führen zu Antriebslosigkeit und körperlichen
Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme, Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder
Schlafstörungen.
Häufige Ursachen:
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Seelische Probleme wie Familienprobleme, berufliche Sorgen, Partnerverlust,
Prüfungsangst oder sehr harte geistige Arbeit
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Überreizung durch zu langes, zu hartes Arbeiten. Zu langes Fernsehen
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Unregelmäßige Schlafenszeiten durch Schichtarbeit oder durch die
Zeitverschiebung bei einer Fernreise
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Zu
schweres Essen am Abend oder übermäßiger Genuss von Alkohol oder
coffeinhaltiger Getränke. Schlechte Schlafbedingungen wie Lärm, schlechte
Luft
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Psychische Erkrankungen (z.B. Depressionen)
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Körperliche Erkrankungen (z.B. Schmerzen)
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Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. Appetitzügler)
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Schlaftablettenmissbrauch.
Was Sie
tun können:
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Am
wichtigsten ist es, die Ursache für die Schlafstörungen herauszufinden und
zu beseitigen
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Vor
dem Schlafen körperlich entspannen z.B. ein warmes Bad (34-36°C, am besten
mit schlaffördernden Zusätzen) nehmen oder ein Glas warme Milch trinken
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Gegen
Nervosität kann autogenes Training helfen. Auch geistig entspannen, keine
schwerwiegenden Probleme direkt vorm Zubettgehen diskutieren oder
durchdenken
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Wenn
man nicht schlafen kann, sollte man aufstehen und sich beschäftigen (z.B.
einen beruhigenden Tee kochen, lesen), bis man wieder müde ist
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Ältere
Menschen sollten nicht zu früh ins Bett gehen, auf den Mittagsschlaf
verzichten und morgens früh aufstehen
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Tees,
Bäder oder Arzneimittel mit Baldrianwurzel, Melisse, Hopfen, Passionsblume
wirken am Tage beruhigend und in der Nacht schlaffördernd. Insbesondere die
Einschlafbereitschaft wird gefördert. Arzneimittel mit Johanniskraut können
helfen, wenn eine depressive Stimmung Sie am Einschlafen hindert
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Auch
ein Glas Wein oder Bier kann das Einschlafen fördern. Mehr Alkohol hingegen
führt zu Schlafstörungen
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Sind
die pflanzlichen Präparate nicht ausreichend wirksam, können kurzfristig
rezeptfreie Präparate z.B. mit Doxylamin, die Schlafstörungen beheben.
Wann Sie
zum Arzt müssen:
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Eine
echte Schlafstörung liegt vor, wenn das Problem mindestens 3 Wochen anhält
und man sich am nächsten Tag zerschlagen und erschöpft fühlt
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Wenn
noch andere psychische oder körperliche Beschwerden auftreten
Was Ihr
Arzt tun kann:
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Der
Arzt kann mit Ihnen gemeinsam die Ursache für Ihre Beschwerden herausfinden
und eine innere Erkrankung als Ursache ausschließen
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Bei
psychischen Problemen kann er Ihnen Therapievorschläge machen (z.B.
Gesprächstherapie, Arzneimittel mit Johanniskrautextrakten) oder Sie zu
einem Spezialisten schicken
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Über
die Anwendung von rezeptpflichtigen Schlafmitteln oder Präparaten gegen
Angst, Unruhe und depressive Verstimmung informieren
Vorbeugung:
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Für
optimale Schlafbedingungen sorgen: gute Ausstattung der Betten, gut
gelüftetes Schlafzimmer, nicht zu warme Raumtemperatur (nicht über 18°C),
möglichst Ruhe und Dunkelheit
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Regelmäßige Schlafenszeiten einhalten
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Tagsüber für gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und frische Luft sorgen
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Schwer
verdauliche Speisen und Coffein am Abend meiden
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Keine
schwere körperliche Arbeit oder Leistungssport vor dem Schlafengehen, weil
Anstrengung den Kreislauf zunächst einmal ankurbelt
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Vor
dem Schlafengehen entspannen. Keine aufregenden Filme sehen oder sehr
spannende Bücher lesen. Dies gilt besonders für Kinder
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Bei
Kindern ist es wichtig, jeden Abend die gleichen "Zubettgeh-Rituale" (z.B.
Spieluhr aufziehen, Geschichtenvorlesen) durchzuführen